Von: <spacebeatle@weltraumbruder.de>
Gesendet: Mittwoch, 12. Mai 2004 22:57
Betreff: Dähler Dub Convention - Eine Brausetablette im Nirvana?

Kultur / Szene / Dubberware

Dähler Dub Convention – Eine Brausetablette im Nirvana?

DJ Oldcut wird langsam nervös: „Wenn Bratenduft ich roch, war's Beste immer noch, zu fressen und zu scheißen, statt nur einmal zu beißen.“ Diese Devise eröffnete er jüngst einer Schar Ächzgesichtiger. Diese reagierten darauf erheblich weniger erstaunlich und weihten ihn in die Regeln von „Captain Gestörtebecker’s Splitterschädel-Memory“ ein – DJ-Alltag in Deutschland. Die nahende Dub-Party darf in Reaktion darauf ruhig als das angesehen werden was sie ist: Ein ernsthaftes Statement gegen wortwörtlichen Hirnriss bzw. hinreißenden Wortschiss. Das ist immerhin das gute Recht des Steuerzahlers. Aber mit Hut oder ohne, darauf legt er Wert – da kennt er nichts!

Ähnliches muss auch den großen Entdeckhengst Heinrich Schliemann beschäftigt haben, als er von Agamemnon wegen unbefugten Öffnens einer Grabkammer auf der Festung Ehrenbreitstein ohne zu zögern mit dem Gesicht auf dem Rücken eines toten Möbelpackers fest gelötet wurde. „Armer Heini!  Gott schuf Gaspistole – schoss ihm in die Fresse!“ titelte daraufhin die Bild-Zeitung, dies eine mal leider etwas an den Fakten vorbei. Zufall?

DJ Weltraumbruder, der übrigens wie sein Kollege Oldcut vom Nimbus des „tollen Matadors aller Zeiten“ umgeben ist (und den Schallplattler tanzt, wie kein zweiter), glaubt nicht daran: „Das ist eine Schmutzkampagne, die dem guten Ruf der Zeitung schaden soll!“ Daher möchte er seinen Auftritt als Dank für all das betrachtet wissen, was der Springer-Verlag für Deutschland erreicht hat. Kaiser Wilhelm würde, wenn er von alledem erführe, vor Stolz von seinem hohen Ross hinabsteigen und brüllen: „Deutschland, ich will deinen Body haben, denn ich bin der Hardlover!“ Dass er das ernst meint, davon legt die Geschichte Zeugnis ab.

Apropos hohes Ross: Als Gott kürzlich mit lakonischer Beiläufigkeit ein wenig Sternenstaub von der Milchstraße feudelte, nur um diese anschließend für Scratchübungen zu verwenden, war für einen intergalaktischen Augenblick so etwas wie Genugtuung in seinen Augen. Die Bewohner des Sternensystems Ögelbock 88 sahen das allerdings anders: Ihre Heimat wurde von dem stumpfen Hobel, den Jehova da nun schon seit Äonen drauf hat und den er tatsächlich noch als Plattennadel bezeichnet, ausradiert.

Schön ist es, auf der Welt zu sein – mit der Dähler Dub Convention 2004.

Rüdiger Astmann

Chefredakteur des „Daily Dubbes“